Franzosen aus Châteauroux entdecken unsere Region

Samstag, 15. Juni, 16,30 Uhr. Drei kleine Busse fahren auf den Marktplatz von Gütersloh. Heraus steigen 22 Französinnen und Franzosen aus Châteauroux, sie werden von einer Gruppe Gütersloher erwartet. Zum dritten Mal seit 2014 hatte die Deutsch-Französische Gesellschaft Gütersloh die Bürger unser Partnerstadt zu einem Austausch eingeladen. Übernachtet wurde in Familien, und die Gastgeber haben den viertägigen Aufenthalt gemeinsam mit ihren Gästen verbracht.

Ankunft der Gäste

Fast die Hälfte der Besucher hatte auch an den vorherigen Austauschen der Gesellschaft teilgenommen, für die anderen war Gütersloh neu. Wie also das Programm für eine solche Gruppe gestalten? Unverzichtbar ist natürlich die Stadtführung und der Empfang im Rathaus, aber es musste auch etwas geben, das für alle neu war. Deshalb stand in diesem Jahr die Region im Mittelpunkt, der Kreis Gütersloh und sogar darüber hinaus.

Boule spielen in Rietberg

Der erste Tag war der persönlichen Begegnung gewidmet. Man sollte sich kennenlernen, sich unterhalten und gemeinsam etwas unternehmen. Die Deutsch-Französische Gesellschaft konnte dafür das Gelände der "Rieti-Boules" benutzen. Der Rietberger Verein der Boule-Freunde hat einige Bahnen auf dem Gelände der Landesgartenschau. Bei lockeren Boule-Spielen, zum Teil unter Anleitung von Rieti-Vereinsmitgliedern, bei Spaziergängen durch den Park und gemütlichen Gesprächen bei Grillwürstchen und von den Gastgebern vorbereiteten Salaten verging der Tag viel zu schnell.

Spargelessen

Abends dann eine westfälische Spezialität: Spargel-Buffet in einem Zelt direkt beim Erzeuger. Spargel bis zum Abwinken, als Mittelpunkt der Mahlzeit, in allen Variationen von der Suppe über den Salat zum Hauptgericht, so essen Franzosen den Spargel zu Hause nicht. In Frankreich ist er meistens eine von mehreren Zutaten der Vorspeise. Und es ist eher die grüne Variante, nicht die weiße. Aber den Gästen aus Chateauroux hat auch die westfälische Art geschmeckt.

Oetker Welt
Claas Technopark

Am Montag stand die Wirtschaft der Region im Fokus. Dr Oetker und Claas wurden besichtigt; beides Firmen, deren Produkte auch in Frankreich verbreitet sind und die auch Standorte in Frankreich haben. Entsprechend groß war das Interesse, die Stammsitze dieser Firmen kennenzulernen.

Empfang im Rathaus

Dienstag ging es um Gütersloh heute und gestern. Beim Empfang im Rathaus wurden Pläne für ein aktuelles internationales Kulturprojekt vorgestellt und lebhaft diskutiert. Am Nachmittag ein Besuch der psychiatrischen Kliniken des LWL, die in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen feiern. Ein spannender Vortrag über die Entwicklung der Klinik und der Psychiatrie in den letzten hundert Jahren wurde abgerundet durch einen Gang durch den Park und den Besuchs des Klinik-Friedhofs.

An der Ravensburg
Panorama vom Turm der Ravensburg

Am Mittwoch, dem vierten und letzten Tag des Besuchs, stand Kultur im Mittelpunkt. Morgens eine Führung auf der Burg Ravensberg mit einem überwältigenden Blick über die Landschaft der Region von den Zinnen des Burgfrieds, nachmittags ein Besuch im Böckstiegel-Haus. Natürlich standen Peter August Böckstiegel und das neue Museum im Mittelpunkt, aber es wurde viel allgemeiner.

Böckstiegel-Museum

Während der Führung durch die aktuelle Ausstellung fiel Gästen und Gastgebern auf, dass der Expressionismus eine hauptsächlich deutsche Bewegung war. Den Besuchern aus Châteauroux war sogar der Begriff nicht geläufig. Also holte die Führerin etwas weiter aus und gab Nachhilfe zu wesentlichen Aspekten des Expressionismus.

Restaurant Fachwerk

Während des gesamten Besuchs strahlte die Sonne, manchmal war es schon fast zu heiß. Für Mittwoch war dann aber Regen angesagt, und die Wolken drohten den ganzen Tag.Trotzdem fand das große Abschiedsessen mit mehr als 40 Personen im Biergarten statt. Der Wirt war zum Glück ein Optimist. Es blieb warm und trocken bis zum Nachtisch. Der bekam ein paar Tropfen Regen ab, aber das hat niemanden gestört. Am frühen Donnerstag Morgen der Abschied und die Rückreise.

Abschied

Ein erstes Resümee: Gäste und Gastgeber waren begeistert! Man hatte ein schöne Zeit gemeinsam verlebt, neue Bekanntschaften geschlossen und alte aufgefrischt. Die Gäste, aber auch die Gastgeber, hatten Gütersloh und die Umgebung aus einem neuen Blickwinkel gesehen und neue Ausflugsziele entdeckt.

Der Gegenbesuch im kommenden Jahr ist schon fest vereinbart.